An jenem Tag bin ich bei Charlotte aufgewacht
und kam mir da ziemlich fremd vor. Zwei Monate
sind wir nun schon zusammen, also schläft der eine
mal dort, und der andere mal da. So, wie das
bis jetzt läuft, finde ich dies eine gute Lösung,
aber irgendwann werden wir sicherlich zusammenziehen.
Allein der Vernunft wegen ist es unsinnig,
zwei Haushalte zu führen. Jedoch – hier
fangen die Probleme schon an. Wohin ziehen wir,
wenn wir zusammenziehen. Ich meine, in welchen
Stadtteil. Also, ich bevorzuge eindeutig die
südliche Vorstadt, weil ich urbanes Leben mag
und nicht in der Stadt so tun muss, als wohnte
ich auf dem Land. Da, wo sie jetzt wohnt, ist es
sehr ruhig, sehr grün, wenn es die Jahreszeit hergibt,
sehr sauber, und, was mich viel mehr stört,
auch schrecklich kleinbürgerlich. Jedenfalls bin
ich heute aufgewacht und erschrak, weil ich mich
nicht so schnell umorientieren kann, wenn ich in
einer fremden Umgebung des Morgens die Augen
aufschlage und Dinge sehe, die mir nicht vertraut
sind. So ungefähr zwanzigmal bin ich nun in diesem
Bett erwacht. Ja, es ist ein Erwachen in einem
absolut fraulich geprägten Schlafzimmer. Immer
noch denke ich, ich sei falsch hier, gehörte nicht in
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dieses Zimmer und schon gar nicht in dieses Bett.
Angefangen mit dem Gegenüber. Also: wenn ich
an mir, die Beine lang, herabschaue und auf die
Wand sehe, da hängt, ganz nobel golden gerahmt,
eine orientalische Stickerei. Die hat sie aus Istanbul
mitgebracht. Das ganze Schlafzimmer ist zart pastellblau
gestrichen, und die vergoldeten Sterne
am Himmel – ich meine an der Decke – konnte
sie sich zu allem Überfluss auch nicht verkneifen.
Lackblau ist der Kleiderschrank von IKEA,
und da gibt es noch so einen rokokohaften, vergoldeten
Schminktisch. Auch ein hypermodernes
Stoffsesselding, das sich schlecht beschreiben lässt,
aber mit einem cremefarbenen weichen Stoff bezogen
ist, füllt das nicht allzu große Zimmer.
Natürlich schwere dunkelblaue Samtvorhänge vor
den Fenstern, die mit einer goldenen Kordel gerafft
sind. Satinbettwäsche so blau wie diese Vorhänge.
Die Krönung der Einrichtung ist das Bett an sich.
Ein Messinggestell. Streben an Kopf- und Fußende,
elegant geschwungen, auch in der Art des Rokoko.
Messingkügelchen auf den Pfosten. Es schläft sich
gut hier. In jeder Beziehung romantisch, und die
nächtlichen Spiele sind intensiv, obwohl ich dann
doch erschrocken war, als sie, nachdem ich erst
das dritte Mal bei ihr übernachtete, meine Arme
an die Streben des Kopfendes fesselte. Sie hatte
das wohl in einem Film gesehen und fand den Sex
auf diese Art gut, wie ich an ihrem ausschweifenden
Benehmen bemerkte. Auch der Sessel ist ein
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herrliches Gestell zum Betreiben der Penetration.
Aber wenn ich bei mir in der südlichen Vorstadt
aufwache: Futon, Wände weiß, Schrank weiß
(Klavierlack), Bettgestell schwer, flach über den
Boden schwebend, hölzern, schwarz, allerdings
auch edler Lack, rohe, einfach abgezogene Dielen,
die gewachst sind, und an den Wänden vergrößerte
Faksimiledrucke von Bachpartituren in schlichten
hölzernen Rahmen. In solch einer Umgebung
sind die ersten Gefühle am Morgen doch ganz andere.
Bei mir bin ich auch nicht so weich gebettet
wie hier. Der harte Futon ist halt was ganz anderes.
Durch die Pferdehaare, die in der Matratze sind,
riecht mein Schlafzimmer bei solch einem feuchten
Wetter, wie wir es jetzt haben, auch richtig tierisch-
männlich. Oder, na ja, wie Pferdestall eben.
Hier riecht es dagegen warm, weich, nach frisch
gewaschener Wäsche und dem Parfüm, welches
sie trägt. Lotionen und all dieses Kosmetikzeug
auf dem Schminktisch verströmen ihre aufdringlichen
Düfte, so dass man denken könnte, man
wacht in einer Parfümerie auf. Vielleicht kommt
das auch daher, dieses Erschrecken am Morgen,
weil ich als Einzelkind aufgewachsen bin und
sorgsam behütet wurde. Das schafft nicht nur
beim Aufwachen Schwierigkeiten, auch bewältigt
man Probleme nicht so einfach. Man musste
sich ja nie gegen Geschwister durchsetzen,
und in der Schule dann hatte ich schnell gelernt,
mich anzupassen. Nur keinen Stress. Eine so enge
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Beziehung, wie die mit einer Frau, hat dann doch
andere Qualitäten. Bis jetzt, bis ich Charlotte kennenlernte,
hielten meine Beziehungen auch nicht
lange. Gehöre zur Gattung der Wegläufer. Gehe
den echten Konflikten gerne aus dem Wege.
Das ist schon in Ordnung so, aber irgendwann
muss ich ja dann doch mein kleinliches Ego ablegen.
Aber das weiss ich nun und arbeite auch daran.
Das sich irgendetwas geändert hat, merke ich daran,
das mir wohl ums Herz wird, wenn ich nur
an ihren Körper denke. Dieser ist ausgeprägt geformt.
Womit ich jedoch nicht meine, sie sei üppig
an sich. Sie hat halblanges, sportlich frisiertes,
dichtes, aber doch feines, geradezu seidiges, kastanienbraunes
Haar. Charlottes Gesicht ist trotz
des Berufs, den sie immer noch gern und außergewöhnlich
engagiert ausübt, mädchenhaft. Dass
sie hochgewachsen wirkt, obwohl sie nicht eigentlich
groß ist, rührt von den ausgeglichenen
Proportionen her. Nicht nur ihr Hintern sitzt
hoch oben und straff auf den langen muskulösen
Beinen, auch ihr Hals ist ungewöhnlich lang.
Die schmalen Füße passen jedoch nicht ganz zu
ihren eher kleinen Händen. Obwohl sie sich meist
anmutig bewegt, macht sie doch einen flinken und
zuweilen fast hitzigen Eindruck. Charlotte ist nicht
ungeschickt, wenn sie aus irgendeiner Situation
heraus ungewöhnliche Bewegungsabläufe absolvieren
muss, sondern hat die Koordination all ihrer
Gliedmaßen voll im Griff. Fast animalisch ist
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ihr Gesicht anzusehen. Der weite Augenabstand
und ihre üppigen Lippen elektrisieren mich. Ja,
ihr Gesicht hat durchaus etwas Rohes, wenn man
das so nennen kann, das mir aber trotzdem sehr
gut gefällt, obwohl es schon außergewöhnlich ist
und aus dem üblichen Muster des »Schönseins«
fällt. Einzig an dem Oberfettgewebe ihres Bauches
kann man sehen, dass sie so um die 40 ist. Da sie in
einer Zeit und in ähnlicher Art sozialisiert wurde
wie ich, ist sie meist sehr höflich und doch zuweilen
zynisch bis an den Rand des Unerträglichen.
Ja ich glaube, dass dieser Wesenszug eine dauerhafte
Beziehung bei Charlotte bis jetzt verhinderte
und es mit mir nur geht, weil wir uns in dem
Punkt gleichen. Aber im Gegensatz zu mir hat
sie auch etwas Aufsässiges an sich und meinte, so
schlau wie die anderen sei sie allemal. Dennoch
brachte sie es fertig, ein Allerweltsliebling zu sein,
ohne zu viel Nähe zulassen zu müssen. Ich konnte
sie einfach noch nicht einschätzen. Einerseits war
sie scheu, und andererseits fordernd. Manchmal
geradezu drängend. Und wie liebenswert sie ihre
Ziele verfolgt. Da ist es schlecht möglich, ihr einen
Wunsch auszuschlagen.
Trotzdem ertappe ich mich immer wieder, wie
ich sie verändern will, obwohl mir klar sein sollte,
dass dies in ihrem Alter eigentlich aussichtslos ist.
Vor allem, weil Charlotte, wie ich auch, keinerlei
Erfahrung hat, wie eine haltbare Beziehung beschaffen
sein muss, um Zukunft zu haben.
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Charlotte war auch heute schon früh zur Schule gegangen.
Sie hatte in der ersten Stunde Unterricht.
Sie ist Deutsch- und Geschichtslehrerin. Ich jedoch
nahm mir Zeit, überlegte, was als erstes
zu tun sei, und putzte mir die Zähne in einem
eher kleinen, aber mit Tübchen, Fläschchen,
Büchschen, Quasten, Spiegelchen, Hängeschränkchen,
Morgenmäntelchen, plüschigen, wild bunten
Handtüchern und Personenwaagen überfülltem
Bad. Später musste ich die Toastbrote über
dem Geschirrbecken aneinander reiben, weil diese
schwarz verbrannt waren. Toaster begreife ich
nicht, aber es war kein anderes Brot im Haus
und ich musste das Ding bedienen, um überhaupt
etwas essen zu können. So pappig wie diese
Brotscheiben ungetoastet schmecken, sind sie einfach
ungenießbar. Dieses kalte Klack mit dem die
Dinger, die Toastbrote, nach oben rausspringen,
erschreckt mich immer. Kein guter Ton, so am
Morgen. Vor allem erschreckte ich, weil im Radio
die Eilmeldung kam, dass der Ministerpräsident
zurückgetreten sei und ich konzentriert da hinhörte.
Wegen einer Anlageaffäre bei der Landesbank
trat der zurück. Um vom Land Schaden fern zu
halten, liess er mitteilen, tue er dies und nicht, weil
er sich irgendetwas vorzuwerfen hätte. Das wurde
auch Zeit. Obwohl ich insgeheim hoffte, dass es
für ihn noch peinlicher würde. Da bin ich schon
ein bisschen schadenfroh, wenn ein Politiker, der
in seiner Arroganz ersäuft, die Demontage seiner
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selbst betreibt, und will auch sehen, wie er sich so
richtig blamiert. Das sind die Zeiten, in denen ich
auch öfter mal vor dem Fernseher sitze.
Ich ergötze mich daran, wenn sich diese Typen
um Kopf und Kragen reden und so richtig vor
der Öffentlichkeit entblättern, was hinter ihrem
Machtwillen eigentlich steckt. Denke immer,
komm mach, ich will sehen, was in dir steckt!
Christlich ist das nicht!
Nachdem die Toastbrotscheiben nun krachend
aus dem Apparat nach oben geschossen waren,
roch ich, was geschehen war. Auch dies ist so ein
Problem in meiner jetzigen Beziehung. Wenn es
eine ist oder werden sollte. Sie ist unendlich nachlässig,
was die Nahrungsaufnahme anbetrifft, die
Charlotte. Essen, ja dort scheiden sich die Geister.
Wenn das nicht stimmt, mit dem Essen, werde
ich unleidlich, das kann ich beim besten Willen
nicht vertragen. Nicht die Menge ist es, aber
Toastbrot? Kulturloser geht es nicht! Wir haben
schon oft darüber geredet. Was habe ich nicht alles
gekocht! Meeresfrüchte und Fisch lehnt sie sowieso
ganz und gar ab, Lamm ist auch schlecht.
Nicht, dass sie Vegetarierin wäre, nein, es ist das
Interesse! Wer nicht neugierig ist, wird nichts entdecken,
das geht einfach nicht. Da muss man sich
öffnen können und nicht immer nur das Vertraute
wiederholen. Wenn es Reichtum gibt, dann ist es
der der Neugier geschuldete. Nur so kann man
Unbekanntes entdecken, seinen Horizont erweitern.
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Ich kann mir nicht vorstellen, mit einem Menschen
zu leben, der keine Esskultur hat. Wie sollte ich da
überleben. Dass sie sehr erotisch ist, ja das kann
man sagen. So abwechslungsreich und unkompliziert
mit einer Frau gevögelt habe ich selten, und
ich bin viel herumgekommen. War früher direkt
wölfisch. Das mit dem Sex ist Fakt, und da gibt es
auch nichts dran rumzumäkeln. Jedoch kann dies
ein gutes Essen nicht ersetzen, denn man isst ja jeden
Tag, und das in der Regel dreimal.
*
Obwohl es leicht nieselte, war die Aussicht aus dem
Küchenfenster zum Park hin angenehm. Weniger
Jogger waren zu sehen, aber die Hundeleute müssen
immer raus. Eingemummelt in Regenjacken
liefen sie herum und hatten die Kapuzen tief in
ihre Gesichter gezogen. Hundeleute haben selten
Regenschirme. Sie kennen sich aus mit Wetter,
wissen, dass es bei einem solchen Sturm keinen
Nutzen hat, mit Schirmen raus zu gehen. Sie kennen
die gebrochenen Rippen und abgerissenen
Schlaufen. Obwohl ich keinen Hund habe, hatte
ich, Gott sei Dank, auch eine Regenjacke dabei,
denn das Wetter war schon seit Tagen so, und
ein Tiefdruckgebiet jagte das nächste von West
nach Ost über die Leipziger Tiefebene dahin. Die
Jacke zog ich an, weil die Straßenbahn bald kommen
würde, und ging zur Virchowstraße hoch,
zur Haltestelle. Das war die letzte Haltestelle der
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Linie 12 vor der Endstadion, oder die erste nach
dieser. Je nachdem, aus welcher Perspektive man
schaut. Also eine Sache des Standpunktes. An dieser
Haltestelle ist ein kleiner Laden, der hoffentlich
noch lange existiert. Denn wenn ich von den
Proben oder von einem Konzert spät zu Charlotte
komme, hat der noch auf. Bis zweiundzwanzig
oder dreiundzwanzig Uhr und manchmal, wenn
die Inhaberin wusste, dass sich im Sankt Georg,
das ist das Krankenhaus am Rande der Stadt,
Schichten verschoben hatten, oder eine große
Messe stattfand und zu erwarten war, dass noch
Kundschaft käme, blieb der kleine Laden einfach
länger auf, und das auch am Samstag und selbst
am Sonntag. Sehr früh dann, da war er wohl ebenfalls
schon auf. Aber zu dieser Zeit gehe ich in der
Regel noch nicht los. An jenem Laden beginnt
dann auch die Urbanität, welche ich meine, wenn
ich in unseren Diskussionen dafür plädiere, in die
Südvorstadt zu ziehen. Da, an der Straße, und
an dem kleinen Laden, stehen nämlich immer
Männer rum und trinken. Einfach immer stehen
die da herum. Einfach immer.
Wie schon erwähnt, ganz früh am Morgen war ich
noch nicht da, aber ich vermute, dass auch dann
schon welche dastehen, weil sie einfach morgens
anfangen zu zittern, und so hilft nichts anderes, als
sich an den Laden zu stellen, unter das Vordach,
weil man da geschützt ist und trotzdem auch mitten
im Leben. Also, es sind Menschen um einen
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herum, und man fühlt sich nicht so einsam wie
zu Hause. Im Laden werden sie mit Namen angesprochen,
wenn die Männer sich ihr Bier holen.
Das passiert sonst nur noch auf dem Amt oder der
Agentur, wie das jetzt heißt, wenn sie mal wieder
dahin müssen, was jedoch viel seltener als früher
der Fall ist, da ihre Vermittlung, selbst in einen
Ein-Euro-Job, sehr unwahrscheinlich geworden
ist. Dann ist es auch gut, dass sie da hingehen an
den kleinen Laden. Wenn sie am Morgen nichts
trinken würden, ginge es ihnen viel schlechter.
Sie würden erst unruhig werden, dann zittern
die Hände und zu guter Letzt träten verdächtige
Schweißperlen auf ihre Stirn. Wenige Stunden
dauert das nur, und dann gibt es aber richtige
Probleme. Gesundheitlich, meine ich.
So treffen sie sich, trinken die ersten Schlucke nicht
etwa bedächtig wie Weintrinker. Gönnen sich und
dem Getränk einfach keine Zeit. Da wird nicht
herumgeschnüffelt und die Farbe kritisch beäugt,
geschlürft, gekaut, geschluckt und die Lippen geschürzt,
bedächtig mit dem Kopf genickt, wenn
der Wein im Abgang einen guten Charakter hat.
Nein, kein Ritual ist bei ihrem Tun. Sie schütten
einfach eine halbe Flasche Bier runter, und es dauert
nicht lange, bis sich ihr durch den Entzug über
Nacht in Unordnung geratener Organismus beruhigt.
Sie werden auch wieder ausgeglichener. Jeder
Mensch ist anders. Einige nehmen auch erst einmal
einen kleinen Flachmann mit Doppelkorn zu
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sich. Das geht am schnellsten. Glücklicherweise
wird nach der ersten Alkoholzufuhr ganz langsam
der Blick der Männer, die an dem kleinen Laden
stehen, ein anderer. Wenn sie eintreffen, gucken sie
noch stierig geradeaus. Einfach unangenehm. Von
manchen könnte man durchaus meinen, sie seien
Psychopathen. So nach ein oder zwei Stunden
wird dieser erst harte Blick weich und man sieht,
dass sie zwar nicht glücklich sind, aber doch zufriedener
als zuvor. Den einen habe ich schon oft
gesehen, der stand meist ein wenig an der Seite,
aber immer noch dabei. Oben an der großen
Straße ist es nicht so reinlich, wie da unten am
Park. Da wird nicht das Leben mit einer seidenen
(natürlich blauen und das garantiert noch hellen
– ich meine blauen) Decke zugedeckt. Hier kann
man sehen, was ist. Verschlafen stehen nicht nur
die Trinker am Laden, auch die, die noch Arbeit
haben stehen hier, und zwar gegenüber an der
Haltestelle. Die sehen nicht immer gut aus. Einige
der Frauen aber doch. Die sind auch morgens
schon gut anzusehen, und Studentinnen stehen
auch da. Aber darüber rede ich jetzt nicht, es ist
einfach noch zu früh für mich, in der Hinsicht tiefergehende
Betrachtungen anzustellen. Charlotte
sieht mich auch immer so schräg an, wenn ich
Menschen betrachte, auch Frauen. Ärgerlich wird
sie. Nun ja. Stehe gerne da, an der Haltestelle.
Menschen betrachten, das liebe ich. Das könnte
mein Beruf sein.
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